Zwischen Aufbruch und Abschied

veröffentlicht 29.10.2026, Evangelisches Dekanat Ingelheim-Oppenheim

Dekanatssynode in Schwabsburg: Gesellschaftlicher Zusammenhalt, Klimaschutz und Fortschritte beim Reformprozess ekhn2030 im Mittelpunkt – Abschied von Dekan Olliver Zobel

Innovativ und engagiert will das Evangelische Dekanat Ingelheim-Oppenheim in den kommenden Monaten konkrete Impulse zur Demokratieförderung geben und zum Erhalt einer vielfältigen Gesellschaft beitragen. Mit viel Applaus begrüßten die Teilnehmenden der 14. Tagung der II. Synode des Evangelischen Dekanats Ingelheim-Oppenheim die von Bildungsreferentin Stefanie Diekmann im evangelischen Gemeindehaus Schwabsburg vorgestellten Schulungen und Angebote. 

„Die ureigenste Aufgabe von Kirche ist es doch, der Hoffnung Raum zu geben. Und auch bei unterschiedlichen Meinungen die Möglichkeit zum Austausch und positive Impulse zu geben.“ Mit diesen Worten warb Bildungsreferentin Stefanie Diekmann für die neue Aktivitäten, mit denen das Dekanat der zunehmenden gesellschaftlichen Spaltung entgegenwirken möchte. Dazu gehören die Veranstaltung „Paroli den Parolen“ am 13. November 2026 und ein generationsübergreifendes Argumentationstraining am 23. und 24. Januar 2027. Bei beiden Veranstaltungen geht es darum, wie Menschen auf kontroverse Äußerungen reagieren und trotz unterschiedlicher Meinungen miteinander im Gespräch bleiben können. Beide Angebote sollen Menschen darin stärken, sprach- und handlungsfähig zu bleiben. Für Begegnungen und Gespräche soll künftig außerdem ein ausleihbarer „Glücksstand“ zur Verfügung stehen.

Wie Kirchengemeinden künftig Energie und Kosten einsparen können, erläuterte der neue Klimaschutzkoordinator des Dekanats, Tobias Heiles. „Ich will sie beraten und mit ihnen diesen Weg gehen, um zu zeigen, dass Kirche als Bewahrer der Schöpfung ein Vorbild sein kann“, erklärte Heiles.

Reformprozess ekhn2030 kommt voran

Zuversichtlich fiel auch der Bericht von Dekan Olliver Zobel über den Fortgang des Reformprozesses ekhn2030 aus. „Es läuft“, fasste er den Stand des Reformprozesses zusammen und verwies darauf, dass nicht nur die drei bereits bestehenden Gesamtkirchengemeinden seit dem 1. Januar 2026 ihre Arbeit erfolgreich aufgenommen hätten. Auch die beiden noch nicht zusammen geschlossenen Nachbarschaftsräume 3 und 5 hätten mittlerweile ihre Satzungen beschlossen. Damit ist dieser wichtige Reformschritt vollzogen und das Dekanat wird ab dem 1. Januar 2027 nur noch aus fünf Kirchengemeinden bestehen.

Mit Alexandra Niedringhaus habe das Dekanat zudem eine erfahrene Verwaltungsfachfrau als Verwaltungsleitung gewinnen können. Sorge bereite der Dekanatsleitung allerdings, dass die von der Kirchenleitung der EKHN zugesagten Verwaltungsleitungen für die fünf Kirchengemeinden weiterhin auf sich warten ließen. Um Gemeindebüros und Gesamtkirchenvorstände wirksam zu entlasten, müssten diese Stellen schnellstmöglich mit qualifizierten Fachkräften besetzt werden.

Die Synodalen folgten deshalb dem Vorschlag des Dekanatssynodalvorstands, bei der Landessynode zu beantragen, die Stellen nicht erst Mitte 2028, sondern baldmöglichst auszuschreiben. Bis zu ihrer Besetzung sollen zudem zusätzliche Arbeitsstunden für die Gemeindebüros genehmigt werden.

Von der Kirchenvorstandswahl bis zur digitalen Spendensäule

Weitere Themen auf der Tagesordnung waren die Vorbereitungen zur Kirchenvorstandswahl 2027, die geplante Gründung einer Immobiliendienstleistungsgesellschaft des Dekanats zum 1. Juli 2027, die Wahl von Pfarrerin Sophia Liebert zur stellvertretenden Landessynodali (einstimmig) sowie die neue Satzung der Gemeindeübergreifenden Trägerschaft für Kindertagesstätten (GüT). Vorgestellt wurde außerdem eine vom Dekanat angeschaffte digitale Spendensäule, die künftig von den Kirchengemeinden ausgeliehen werden kann.

Dank und Abschied nach fast acht Jahren

Die GüT griff Dekan Olliver Zobel auch in seiner Abschieds- und Dankesrede zum Abschluss der Synode auf. Mit großer Dankbarkeit blickte er darauf zurück, dass sich mittlerweile 13 evangelische Kindertagesstätten unter ihrem Dach zusammengeschlossen haben.

Ebenso dankte Zobel den Synodalen für die gemeinsame Arbeit in den vergangenen Jahren. „Danke, dass wir in diesen Jahren so viel bewegen konnten! Wir haben die Strukturen geschaffen und kommen nun langsam auch dazu, diese zu gestalten.“

Auch der Vorsitzende des Dekanatssynodalvorstands, Hans-Peter Rosenkranz, würdigte zum Abschluss der Sitzung das Engagement des scheidenden Dekans. In dessen fast achtjährige arbeitsreiche Amtszeit fielen die Fusion der Dekanate Ingelheim und Oppenheim, die Corona-Pandemie und die Umsetzung des Reformprozesses ekhn2030.

Am 1. November 2026 wird Olliver Zobel in einem festlichen Gottesdienst in der Ingelheimer Saalkirche von Pröpstin Henriette Crüwell von seinen Aufgaben als Dekan entpflichtet. Zum 1. Dezember 2026 tritt er sein neues Amt als Propst zu Jerusalem an.