Ein starkes Signal für die Zukunft hat die Dekanatssynode des Evangelischen Dekanats Ingelheim-Oppenheim bei ihrer Sitzung Mitte März 2026 in Nierstein gegeben: Mit großer Mehrheit beschlossen die Synodalen das neue Projekt „SINNflut Jugend“ und stellten dafür für die nächsten zwei Jahre 70 000 Euro aus dem Finanzausgleich bereit. Ziel des Vorhabens ist es, im Dekanat neue Begegnungsräume für Jugendliche zu schaffen und junge Menschen stärker an deren Gestaltung zu beteiligen.
Jugendliche sollen zunächst Ideen sammeln
Das Projekt soll bewusst gemeinsam mit Jugendlichen entwickelt werden. Eine Brainstorming-Gruppe mit jungen Menschen zwischen 14 und 27 Jahren wird – begleitet von der Dekanatsjugendreferentin Britta Nicolay – zunächst Ideen sammeln und bestehende Projekte besuchen. Auf dieser Grundlage soll ein Konzept für eine Begegnungsstätte der Jugend im Dekanat entstehen. „Wir investieren in Menschen!“, fasste Pfarrer Thomas Schwöbel, Mitglied des Dekanatssynodalvorstandes, den Beschluss des Dekanats zusammen.
Ein Wandel, der neue Möglichkeiten eröffnet
Auch Dekan Olliver Zobel blickte in seiner Ansprache nach vorn. Er verglich den laufenden Reformprozess der Kirche mit einem Schrebergarten, der sich nach und nach in eine Parkanlage verwandele. Dieser Wandel bringe zwar Veränderungen mit sich, eröffne aber auch neue Möglichkeiten. Hier sei man in den letzten zwei Jahren gut vorangekommen. Dafür dankte der Dekan allen, die sich daran beteiligt haben. Ziel sei es, auch künftig als Kirche in der Fläche präsent zu bleiben. Viele Haupt- und Ehrenamtliche arbeiteten engagiert daran, neue Strukturen aufzubauen und kirchliches Leben vor Ort zu stärken.
Verwaltungssitze festgelegt und Immobiliendienstleistung vorgestellt
Ein weiterer Schwerpunkt der Beratungen lag auf der Weiterentwicklung der Nachbarschaftsräume. Drei von ihnen sind bereits zu Gesamtkirchengemeinden geworden, weitere befinden sich auf dem Weg zu einer neuen Rechtsform. Zudem diskutierte die Dekanatssynode den Entwurf des Gebäudebedarfsplans, so dass dieser auf der nächsten Dekanatssynode im Juni beschlossen werden kann. Außerdem traf die Synode erste Entscheidungen zur künftigen Nutzung kirchlicher Gebäude. Für alle fünf Nachbarschaftsräume wurden Verwaltungssitze festgelegt – in Bingen, Ingelheim, Stadecken-Elsheim, Schwabsburg und Oppenheim. Damit können nun konkrete Planungen für Baumaßnahmen beginnen. Gleichzeitig arbeitet das Dekanat an einer neuen Immobiliendienstleistung, die Kirchengemeinden bei Verwaltung und Entwicklung ihrer Gebäude entlasten soll.
Im Dekanat läuft mehr als nur die Strukturdebatte
Berichte aus der Jugendarbeit, aus ökumenischen Partnerschaften sowie aus Initiativen für ältere Menschen zeigten darüber hinaus die vielfältigen Aktivitäten im Dekanat. Positives konnte die stellvertretende Dekanin und Tourismusseelsorgerin, Pfarrerin Vanessa Bührmann, über außergewöhnliche Aktionen im Dekanat berichten wie über „Einfach heiraten“ oder über die kirchlichen Segensstände bei öffentlichen Veranstaltungen.
Doppelhaushalt 2026 und 2027 mit großer Mehrheit bewilligt
Zum Abschluss des Synodenabends verabschiedeten die Synodalen einen Doppelhaushalt für die Jahre 2026 und 2027. Beide Haushalte umfassen jeweils 16 Millionen Euro, von denen je 14,5 Millionen Euro auf die Kindertagesstätten der Gemeindeübergreifenden Trägerschaft des Dekanats (GüT) entfallen. Die Haushalte für 2026 und 2027 wurden jeweils mit großer Mehrheit beschlossen – einschließlich der Finanzierung des neuen Projekts „SINNflut Jugend“. Damit setzte die Synode ein klares Zeichen: Die Evangelische Kirche in der Region stellt sich den notwendigen Veränderungen – und investiert gleichzeitig bewusst in ihre Zukunft.