„Ich möchte für die Gemeinden Rechercheur, Unterstützer, Netzwerker und Vermittler von Förderprogrammen sein. Ihnen Hilfe zur Selbsthilfe in puncto Klimaschutz bieten“. Tobias Heiles ist seit dem 1. Juli Klimaschutzkoordinator im Evangelischen Dekanat Ingelheim-Oppenheim. An ihn können sich Nachbarschaftsräume, Gesamt- und Ortskirchengemeinden des Dekanats wenden, wenn sie ihre Arbeit klimafreundlicher gestalten wollen. „Ich sehe bei der Evangelischen Kirche“, erklärt der Wahl-Mainzer, „als immer noch große Glaubensgemeinschaft ein großes Potential für den Klimaschutz – zumal die Bewahrung der Schöpfung ein grundlegender christlicher Auftrag ist.“
Die Begrenzung der Erderwärmung und die Verringerung der Treibhausgasemissionen, um die natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen zu erhalten, bewegten den 26-Jährigen schon als Schüler. Er nahm an Demonstrationen der „Fridays for Future“ teil und setzte sich intensiv mit dem Thema Klimaschutz auseinander. Nach dem Abitur studierte Tobias Heiles Sozialwissenschaften – immer mit dem Blick darauf, wie Menschen zu klimafreundlichem Verhalten bewegt werden können und die Zustimmung zu klimaschützenden Maßnahmen gesteigert werden kann.
„Früher“, erklärt der Wahl-Mainzer, „ging man davon aus, dass allein das Wissen reicht, um Menschen zu Verhaltensänderungen zu bewegen. Heute weiß man, dass es dabei auch um Emotionen geht, um die Erkenntnis, dass der Klimawandel bis an die eigene Haustür reicht.“ Ein gutes Beispiel dafür seien die Ereignisse im Ahrtal 2021, die zumindest vorübergehend dazu führten, „dass Klimaschutz in aller Munde war und zum Trend wurde, da die Klimakrise von einer abstrakten globalen Bedrohung zu einer unmittelbaren Gefahr wurde“.
Mit seiner Arbeit als Klimaschutzkoordinator möchte Tobias Heiles nun die Kirchen- und Ortsgemeinden auf Augenhöhe dabei unterstützen, klimaneutral zu werden. „Auch schon kleine, kostengünstige Maßnahmen, z. B. eine verbesserte Licht- und Wärmesteuerung, können eine gute Wirkung erzielen und sparen langfristig Geld ein.“
Den Gemeinden fehlten, so der Experte in puncto Klimaschutz, oft die Zeit und die Ressourcen, um Maßnahmen umzusetzen. Die Schaffung seiner zunächst bis 2030 befristeten Stelle, die zu 70 % vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit und zu 30 % vom EKHN-Zukunftsfonds finanziert wird, soll dazu beitragen, dass aus dem Wissen um den Klimaschutz konkretes Handeln wird.
Dafür möchte Tobias Heiles bei Besuchen in Gesamtkirchenvorständen und Ortsausschüssen sowie von ihm organisierten Workshops werben. Dort möchte er sich als „Wegbegleiter für den Klimaschutz“ vorstellen. Bevor er aber Hilfe zur Selbsthilfe geben kann, benötigt er frei nach dem Motto „Wir unterstützen Sie und Sie unterstützen uns“ auch die Teilnahmeerklärung der Gemeinden. Mit ihr erklären sich die Gemeinden bereit, klimaneutral zu werden und – soweit noch nicht vorhanden – eine Treibhausgasbilanz zu erstellen. Selbstverständlich können sie dabei auf die Unterstützung des Klimaschutzkoordinators zählen. Und schließlich ist Tobias Heiles aus eigener Erfahrung zuversichtlich, dass es den Menschen in den Gemeinden gut tun wird, sich für den Klimaschutz zu engagieren: „Zu erleben, dass das eigene Handeln Wirkung zeigt, hilft enorm gegen das oftmals verbreitete Gefühl der Machtlosigkeit.“ Und so freut er sich darauf, mit dem Kirchengemeinden Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen: „Nicht zuletzt um die Kirchengemeinde auf dem Weg zur Klimaneutralität zu begleiten, sondern auch um ein Zeichen zu setzen und andere zu klimaschonendem Verhalten zu bewegen.“
Sie erreichen Tobias Heiles unter der Telefonnummer 0151 11693606 oder der E-Mail tobias.heiles(at)ekhn.de . Weitere Informationen zu seiner Arbeit sowie die Teilnahmeerklärung finden Sie auf der Website des Dekanats.
Hintergrund: Die EKHN hat sich das Ziel gesetzt ihre Treibhausgasemissionen bis 2035 um 90 Prozent zu verringern und bis Ende 2045 treibhausgasneutral zu sein. Um die Kirchengemeinden und Nachbarschaftsräume bei diesem Ziel zu unterstützen, wurden in insgesamt sieben Dekanaten Klimaschutzkoordinator*innen eingestellt. Das Projekt mit dem Titel „KSI: Einrichtung einer Klimaschutzkoordination für die Kirchengemeinden des Evangelischen Dekanats Ingelheim-Oppenheim“ (Förderkennzeichen: 67K30923) wird durch die Kommunalrichtlinie der Nationalen Klimaschutzinitiative sowie durch den Zukunftsfonds der EKHN gefördert.