"Was trägt dich?" – Viel mehr als gute Wanderschuhe

veröffentlicht 15.10.2026 von Jessica Scherneck, Evangelisches Dekanat Ingelheim-Oppenheim

Die von der Dienheimer Vikarin Jessica Scherneck initiierten Segensstände der evangelischen Kirchengemeinden Oppenheim und Dienheim entlang der Oppenheimer Schlemmerwanderung am 3. Oktober 2026 waren unter dem Motto "LebensWegSegen" ein großer Erfolg.

„Was für eine schöne Idee, dass die Kirche hier mit dabei ist!“ Eine Rückmeldung, die wunderbar zu diesem Tag passt: Mitten im bunten Treiben der Schlemmerwanderung am 3. Oktober waren die evangelischen Gemeinden Oppenheim und Dienheim mit zwei Segensständen unterwegs. Unter dem Motto „LebensWegSegen“ luden sie zu einer kleinen Pause ein – und zu einer Frage, die überraschend viel in Bewegung brachte: Was trägt dich?

Am Morgen hing noch Nebel über der Landschaft. Doch bald machte er strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel Platz. Am Amtsgerichtsplatz in Oppenheim kamen Menschen unter dem grünen Pavillon zusammen, beugten sich über die ausgelegten Karten und blieben zum Gespräch stehen. Hoch oben in den Weinbergen, ungefähr auf der Mitte des Schlemmerwanderungsweges lockten Liegestühle zum Durchatmen. Beine ausstrecken, die Sonne im Gesicht spüren, den Trubel vorbeiziehen lassen: eine kleine Ruheinsel mitten im Wanderstrom. Die violetten Fahnen machten schon von Weitem sichtbar: Auch die Kirche ist heute mit auf dem Weg.

„Was trägt dich?“ Darauf gab es zunächst eine ausgesprochen wandertaugliche Antwort: „Meine Beine!“ Stimmt. Ohne die wäre es an diesem Tag schwierig geworden. Doch oft führte gerade ein solcher Scherz mitten hinein in ein ernsthaftes Gespräch. Familie und Freunde wurden häufig genannt – Menschen, auf die man zählen kann, die zuhören und auch dann bleiben, wenn der Weg beschwerlich wird.

Andere Antworten gingen tiefer. Was gibt Halt, wenn Vertrautes wegbricht? Worauf verlasse ich mich eigentlich? Und trägt das auch durch schwierige Zeiten? Zwischen fröhlichem Stimmengewirr und vorbeiziehenden Wandergruppen war Raum für persönliche Gedanken, ehrliche Rückfragen und manche überraschend klare Reflexion über das eigene Leben.

Auf den Stellwänden sammelten sich immer mehr beschriftete Herzen. Bald standen sie dicht an dicht: ein buntes Bild dessen, was Menschen Halt gibt. Vorübergehende blieben stehen, lasen, nickten oder ergänzten ihren eigenen Gedanken. Und manches Herz wanderte gleich mit weiter – auf einem Rucksack befestigt, hinaus auf den nächsten Abschnitt des Weges.

Viele Besucherinnen und Besucher freuten sich ausdrücklich darüber, Kirche hier vor Ort zu erleben. Die Begegnungen weckten Erinnerungen an eigene Verbindungen zur Gemeinde und den Gedanken, wieder einmal am Gemeindeleben teilzunehmen. Aus einem kurzen Halt wurde bisweilen ein längeres Gespräch. 

Die Segensstände waren ein voller Erfolg. Die vielen begeisterten Rückmeldungen und die dicht gefüllten Herzwände erzählen davon. Freut euch auf die Ausstellung der Herzen in der Bonifatius Kirche in Dienheim ab November 2027.