Neue Freundschaften schließen, Verantwortung übernehmen, gemeinsam Abenteuer erleben und einfach eine richtig gute Zeit haben: Für 26 Jugendliche wurde die zwölftägige Freizeit der Evangelischen Jugend im Dekanat Ingelheim-Oppenheim an der Costa Brava zu einem besonderen Gemeinschaftserlebnis. Unter der spanischen Sonne zeigte sich schnell, wie aus Jugendlichen mit unterschiedlichen Erfahrungen eine Gruppe zusammenwachsen kann.
13 Teilnehmende waren zum ersten Mal mit der Evangelischen Jugend unterwegs. Andere kannten sich bereits aus früheren Freizeiten und freuten sich schon am Abfahrtsort über das Wiedersehen. Die Neuen fanden dennoch schnell Anschluss. „Sie wurden von den freizeiterfahrenen Jugendlichen sehr schnell in die Gruppe und das gemeinsame Leben auf dem Campingplatz integriert“, berichtet Dekanatsjugendreferentin Britta Nicolay. Sie organisierte und begleitete die Fahrt der Jugendlichen zusammen mit drei ehrenamtlichen TeamerInnen, die bereits im Vorjahr gut zusammengearbeitet hatten.
Gemeinsam Abstand vom Alltag gewinnen
Über Nacht ging es mit dem Reisebus nach Blanes an die spanische Costa Brava. Schon am ersten Nachmittag zog es die Gruppe an den breiten Sandstrand. Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad sorgte das Meer für die ersehnte Abkühlung. Sonne, Strand und die entspannte Atmosphäre boten den passenden Rahmen für das, worauf sich viele der Jugendlichen besonders gefreut hatten: neue Menschen kennenzulernen und gemeinsam etwas zu erleben: „Genau darin liegt für Dekanatsjugendreferentin Nicolay eine wichtige Stärke der Freizeiten. Die Jugendlichen gewinnen Abstand vom Alltag, entdecken neue Orte und lernen, sich auf andere Menschen einzulassen. Sie erleben, dass Gemeinschaft nicht von selbst entsteht, sondern davon lebt, dass alle etwas beitragen, aufeinander achten und auch Verantwortung übernehmen.“
Räume für eigene Erfahrungen eröffnet
Neben dem Leben auf dem Campingplatz standen mehrere Ausflüge auf dem Programm. In Girona und im mittelalterlich geprägten Besalú konnten die Jugendlichen die Orte in kleinen Gruppen auf eigene Faust erkunden. Einen besonderen Eindruck hinterließ der Besuch des Klosters Montserrat. Hoch über der Landschaft auf einem markanten Felsmassiv gelegen, bot das Gelände eine außergewöhnliche Aussicht. Spätestens am Gipfelkreuz kamen die Handykameras kaum noch zur Ruhe.
Ob sie auch die Basilika besichtigen wollten, konnten die Jugendlichen selbst entscheiden. Diese Freiwilligkeit war dem Freizeitteam wichtig. Nicht alle Teilnehmenden haben bereits enge Berührungspunkte mit Kirche oder christlichem Glauben, erklärt Britta Nicolay. „Für einige Jugendliche sind unsere Freizeiten der erste Kontakt mit Kirche“, sagt sie. „Wir möchten ihnen Glauben nicht aufdrängen, sondern Räume eröffnen, in denen sie eigene Erfahrungen machen können.“ Kleine Impulse, Gespräche und gemeinsame Rituale können dazu beitragen, Kirche positiv zu erleben und eigene Fragen zu entwickeln.
Action am Strand und auf dem Wasser
Auch sportlich hatte die Freizeit einiges zu bieten. Am Abend spielten die Jugendlichen Volleyball, Fußball und Indiaca am Strand. Für zusätzlichen Nervenkitzel sorgte eine Fahrt mit dem „Banana Boat“. Dabei ging es nicht allein um Spaß und Geschwindigkeit. Solche Erlebnisse stärkten auch das Vertrauen innerhalb der Gruppe: gemeinsam lachen, sich gegenseitig Mut machen und nach einer rasanten Fahrt zusammen wieder aus dem Wasser auftauchen.
Zu den Höhepunkten gehörten außerdem eine Karaoke-Veranstaltung und eine Party auf dem Campingplatz. Besonders ausgelassen wurde es beim „Lillifee-Tanz“: Ein Teamer und ein Teilnehmer machten auf der Bühne die Schritte vor, während fast die gesamte Gruppe auf der Tanzfläche mittanzte. „Das war einer dieser Momente, in denen wir eine spürbare Gemeinschaft waren“, erinnert sich die Dekanatsjugendreferentin Nicolay schmunzelnd.
Verantwortung übernehmen und aufeinander achten
Damit sich die Jugendlichen im Tagesablauf orientieren konnten, gab es für jeden Tag eine feste Struktur. Zugleich übernahm jeweils ein anderes Mitglied des Freizeitteams als „Tagesteamer“ die Organisation und Begleitung des Gruppenlebens. Gemeinschaft zeigte sich vor allem im Alltag: bei den gemeinsamen Mahlzeiten, beim Spielen, bei Ausflügen und in den abendlichen Runden. Jeder Tag endete mit einer Reflexion und einem kurzen Impuls.
Auch die Bedürfnisse der Jugendlichen sollten nicht zu kurz kommen. Wünsche, Anregungen oder Beschwerden konnten sie anonym in einen vorbereiteten Briefkasten werfen. Das Freizeitteam besprach die Nachrichten vertraulich und überlegte, wie es darauf reagieren konnte.
„Uns ist wichtig, dass es allen gut geht“, betont Nicolay. Dazu gehöre auch, zuzuhören, wenn jemand Sorgen habe oder einfach ein vertrauliches Gespräch brauche. So bot die Freizeit nicht nur Sonne, Strand und jede Menge „Summer Vibes“. Die Jugendlichen konnten sich ausprobieren, selbstständiger werden, Rücksicht nehmen und erfahren, wie viel Spaß eine Gemeinschaft machen kann, in der jede und jeder einen Platz findet. Kein Wunder, dass das abschließende Feedback der Gruppe durchweg positiv ausfiel. Viele sind schon gespannt, wohin die Freizeit für Jugendliche wohl 2027 hingeht. Auf der Website der Evangelischen Jugend im Dekanat https://kiju-dekanat-ingelheim-oppenheim.ekhn.de/ finden sich rechtzeitig alle nötigen Informationen – auch zu anderen gemeindepädagogischen Angeboten im Dekanat.