„Ohne meinen Glauben, wäre mein Leben ein Stückchen trostlos“, für die 17-jährige Helene Wermbter ist ihr christlicher Glaube etwas ganz Selbstverständliches. Er begleitet sie seit ihrer Geburt. „Meine Brüder und ich sind kirchlich erzogen. Auf christliche Werte wie Teilen oder Ehrlichkeit haben unsere Eltern großen Wert gelegt". Schon der große Bruder war Teamer bei Kinderfreizeiten der evangelischen Heimatgemeinde Bodenheim-Nackenheim und auch die Mutter engagierte sich ehrenamtlich für die Kirche. Kein Wunder, dass die junge Nackenheimerin alle Angebote für Kinder und Jugendliche in ihrer Gemeinde genutzt hat, die vom Dekanat angebotene Ausbildung zur Jugendleiterin absolviert hat und seit Sommer 2025 auch Mitglied der Evangelischen Jugendvertretung im Dekanat ist.
Kisten packen, Buchungen verwalten, Konzepte und Rechnungen schreiben …
Gerade hat sie ein zweiwöchiges Schulpraktikum bei der Evangelischen Dekanatsjugend absolviert und ist beeindruckt von der Vielfalt der Aufgaben, bei deren Erledigung sie Dekanatsjugendreferentin Britta Nicolay unterstützen durfte. „Das war auch gut für mein eigenes ehrenamtliches Verständnis“, berichtet die Jugendliche, „Ich konnte erleben, wie viel Arbeit hinter der Orga von Veranstaltungen der Evangelischen Jugend im Dekanat Ingelheim-Oppenheim steckt, ob es nun Kisten packen, Buchungen verwalten, Konzepte und Rechnungen schreiben oder der Verleih von Spielmaterial oder Technik ist.“
Als Teamerin bei Freizeiten von Kirchengemeinde und Dekanatsjugend mit dabei
Als Mitglied der Evangelischen Jugendvertretung im Dekanat war Helene Wermbter mittlerweile schon drei Mal bei Vollversammlungen der Evangelischen Jugend in Hessen und Nassau dabei, hat hier Änderungswünsche für Anträge eingebracht und an etlichen Workshops der Vollversammlung z. B. zum Thema „Klassismus“ oder „Solidarität und Nächstenliebe im Vergleich“ teilgenommen. „Da nimmt man viel mit, was man dann später auch in seinem Ehrenamt z. B. in der Kirchengemeinde anwenden kann.“, erklärt sie. Und natürlich war Helene Wermbter auch schon bei etlichen Freizeiten ihrer Kirchengemeinde, aber auch der Dekanatsjugend mit dabei.
In Taizé Chance zum Austausch über den eigenen Glauben genutzt
In diesem Jahr fährt sie zum Beispiel zum dritten Mal mit Gemeindepädagogin Margarete Ruppert nach Taizé. An diesem französischen Ort erleben Jugendlichen und jungen Erwachsenen in einer ökumenischen christlichen Gemeinschaft in zeltlagerähnlicher Atmosphäre Spiritualität, die auf Stille, Gemeinschaft und Versöhnung zwischen den Menschen verschiedener Kulturen und Konfessionen ausgerichtet ist. „Wir haben dort die Gelegenheit“, berichtet Helene Wermbter begeistert, „mit jungen Menschen aus allen möglichen Ländern wie Schweden, der Ukraine oder Brasilien über unseren Glauben zu reden. Jeder lebt seinen Glauben auf eine andere Weise, aber trotzdem findet man Gemeinsamkeiten“. Sie ist überzeugt: „Taizé verändert einen. Man hat viel Zeit über sich selbst und seinen Glauben nachzudenken und geht anders raus, als man rein geht.“
“Wir sind hier, um etwas zu bewegen”
Es sind Erlebnisse wie diese, die Helene Wermbter motivieren, sich in und für die Evangelische Jugendvertretung zu engagieren: „Wir sind hier, um etwas zu bewegen“, erklärt sieselbstbewusst, „Wir haben im Blick, was die Jugendlichen bewegt, wie zum Beispiel die steigende Sorge um die Demokratie oder darum, wie es in Zukunft um unsere Jobs, die Rente und das Klima bestellt sein wird. Wir organisieren viel wie zum Beispiel die jährliche Konfi-Party, können mitreden, wenn es um die Angebote für die Jugend im Dekanat geht.“ Auch an der Gestaltung des festlichen Gottesdienstes, mit dem vor einigen Monaten zwei neue Gemeindepädagoginnen im Dekanat in ihr Amt eingeführt wurden, hatte die EJVD maßgeblichen Anteil und nahm u. a. eine Segensstation in das Programm auf. „Segen“, stellt Helene Wermbter fest, „ist für mich etwas ganz Besonderes. Durch ihn fühle ich mich von Gott begleitet. Segen heißt für mich: Du gehst nicht allein.“