„Jeder Cent und jede Minute ist eine Investition in eine gute Zukunft.“

veröffentlicht 21.10.2026, Evangelisches Dekanat Ingelheim-Oppenheim

Mit Hoffnung unterwegs: Auf seiner Abschiedstour besucht Dekan Olliver Zobel das Konfi-Adventure der Evangelischen Jugend an der Oppenheimer Landskron.

Der Auftaktgottesdienst für das Konfi-Adventure zum Thema „Gemeinsam – stark – verbunden“ ist gerade vorbei, rund 150 Konfirmandinnen und Konfirmanden machen sich nun auf den Weg zu den verschiedenen Stationen rund um die Landskrone in Oppenheim. Für Dekanatsjugendreferentin Britta Nicolay und ihr Team heißt es nun erst einmal durchatmen, denn an diesem sonnigen Herbstvormittag liegt schon ein gutes Stück Arbeit hinter ihnen. Seit dem frühen Morgen haben haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende aus dem gesamten Evangelischen Dekanat Ingelheim-Oppenheim alles vorbereitet und aufgebaut. Jetzt läuft das Konfi-Adventure. Auch Dekan Olliver Zobel ist mit dabei. Auf seiner Abschiedstour „Mit Hoffnung unterwegs“ möchte er noch einmal Menschen und Orte besuchen, die das kirchliche Leben im Dekanat prägen. Bei der Evangelischen Jugend interessiert ihn besonders die Frage, was junge Menschen heute stärkt und ihnen Hoffnung gibt.

„Junge Menschen in diesen herausfordernden Zeiten begleiten und stärken“, beschreibt Britta Nicolay eines der wichtigsten Anliegen der Evangelischen Jugendarbeit. Beim Konfi-Adventure, an dem mittlerweile fast alle Konfirmandinnen und Konfirmanden des Dekanats teilnehmen, können die Jugendlichen ihre Fähigkeiten erproben, eigene Grenzen kennenlernen und erfahren, wie viel leichter manches gelingt, wenn man sich gegenseitig unterstützt. Auch der gemeinsame Gottesdienst gehört dazu. Denn neben Gemeinschaft und Spaß sollen die Jugendlichen beim Konfi-Adventure die Möglichkeit bekommen, ihren Glauben zu entdecken und daraus Orientierung und Hoffnung zu gewinnen. Für Dekan Olliver Zobel ist noch eine andere Erfahrung wichtig: „Die Erfahrung“, erklärt er, „dass wir nach wie vor viele sind, die für eine lebensbejahende, offene und hoffnungsvolle Gesellschaft stehen.“ Gerade in einer Zeit, in der demokratische Werte zunehmend infrage gestellt und Ängste geschürt würden, dürfe man das nicht unterschätzen.

Wenn Jugendliche sich für Jugendliche engagieren

Dass das Konfi-Adventure Jahr für Jahr stattfindet, freut den Dekan. Ebenso wie die vielen anderen Angebote, die für Kinder und Jugendliche regelmäßig in den Kirchengemeinden und im Jugendhaus stattfinden. Besonders zuversichtlich stimmt ihn, dass sich wieder mehr Jugendliche ehrenamtlich engagieren. Auch beim Konfi-Adventure sind junge Teamerinnen und Teamer dabei, die einen Teil ihrer Freizeit dafür einsetzen, dass die Konfirmandinnen und Konfirmanden einen erlebnisreichen Tag verbringen können. Ohne dieses Engagement wäre vieles in der kirchlichen Jugendarbeit gar nicht möglich. Dabei geht es dem Dekan insbesondere um Angebote, die nicht nur für Jugendliche entwickelt, sondern auch von ihnen mitgestaltet werden. Wer früh erfährt, dass die eigenen Ideen zählen, und erlebt, dass andere sich auf einen verlassen, traut sich auch selbst mehr zu. Für den Dekan ist das eine wichtige Voraussetzung dafür, dass junge Menschen später Verantwortung in Kirche und Gesellschaft übernehmen.

Mehr Angebote zur Demokratieförderung werden gebraucht

Doch auch die Evangelische Jugendarbeit steht vor finanziellen Einschnitten. Sowohl auf kirchlicher als auch auf kommunaler Ebene zeichnen sich Kürzungen ab. Dekan Zobel hofft, dass diese möglichst gering ausfallen: „Jeder Cent und jede Minute, die wir als Gesellschaft in unsere Jugendlichen investieren, ist eine Investition in eine gute Zukunft.“ Deshalb begrüßt er ausdrücklich, dass die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau auf einer ihrer jüngsten Kirchensynoden der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eine hohe Priorität eingeräumt hat. Die dafür notwendigen Mittel sollen auch künftig möglichst gesichert werden. Und da sind sich Britta Nicolay und Olliver Zobel einig, dass gerade angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen mehr Angebote zur Demokratieförderung gebraucht werden. Die Kirche könne als freier Träger hier deutlich Stellung beziehen und für Freiheit, Vielfalt und Gerechtigkeit eintreten. Denn die Vermittlung demokratischer Werte gehört ebenso zur kirchlichen Jugendarbeit wie die Auseinandersetzung mit Fragen des Glaubens. Ansätze dafür gibt es im Dekanat bereits: bei der Aktion „Gewalt hat eine Geschichte“, bei „Jugend trifft Politik“, auf Freizeiten, in Jugendleiterschulungen oder bei Workshops des Jugendhauses an Schulen. Doch Britta Nicolay und Olliver Zobel würden sich wünschen, dass solche Angebote noch weiter ausgebaut werden könnten. Dazu braucht es neben engagierten Mitarbeitenden allerdings auch die entsprechenden finanziellen Mittel.

Zuversicht trotz schwieriger Zeiten

Trotz dieser Herausforderungen ist Britta Nicolay mit der Entwicklung der Evangelischen Jugendarbeit im Dekanat grundsätzlich zufrieden. Besonders freut sie sich darüber, mitzuerleben, wie sich Jugendliche im Laufe der Zeit verändern und weiterentwickeln. „Es tut gut, zu sehen, wie junge Leute sich entwickeln, mehr und mehr für sich und ihre Umwelt Verantwortung übernehmen und sich einbringen.“ Diese Erfahrung teilt auch Olliver Zobel. Für ihn ist das ein wichtiger Grund, trotz der schwierigen Rahmenbedingungen hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken. Die Jugendlichen, die sich hier an der Landskron ausprobieren, und die jungen Ehrenamtlichen, die das Konfi-Adventure möglich machen, bestärken ihn darin. Mit Blick auf das lebhafte Treiben auf der Oppenheimer Landskrone steht für den Dekan fest: „Wenn ich diese engagierten jungen Leute sehe, ist mir um unsere Gesellschaft und Kirche nicht bange.“

Hier finden Sie weitere Angebote der Evangelischen Jugend im Dekanat